Sonntag, 20. April 2014

Mohammed und die Stadtverfassung von Medina, 623 n. Chr. (aktualisiert)



Arabien mit Medina (aus: Wikipedia)
“Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

Dies ist der Vertrag von Mohammed, dem Propheten, zwischen den Gläubigen von Kureisch ( = Qura’isch = der Stamm, dem Mohammed und seine Gefährten angehörte, s.o.) und Medina und denen, die ihnen folgen und sich ihnen anschliessen, und mit ihnen kämpfen.
Sie bilden nur ein Volk, geschieden von allen anderen Menschen.

Die Gläubigen sollen keinen (mit Schulden) schwer Belasteten unter sich lassen, den sie nicht unterstützen, sei es, dass ein Sühne- oder ein Lösegeld zu bezahlen sei.
Kein Gläubiger soll die Verbündeten eines anderen anfeinden.

Die Gläubigen sollen über die wachen, die Gewalt üben oder Sündengeld begehren oder Feindschaft und Korruption unter den Gläubigen anzetteln; sie sollen alle die Hand gegen ihn erheben, und wäre er der Sohn eines von ihnen.
Ein Gläubiger soll keinen Gläubigen wegen eines Ungläubigen töten, er soll keinem Ungläubigen gegen einen Gläubigen beistehen.

Gottes Schutz ist einer und erstreckt sich über den Geringsten, und die Gläubigen sollen sich gegenseitig, allen anderen Menschen gegenüber, beschützen.
Diejenigen, die von uns den Juden folgen, werde Beistand und gleiches Recht. Es soll ihnen kein Unrecht angetan und ihren Feinden kein Beistand gegen sie geleistet werden.
Der Friede der Gläubigen soll einer sein, es soll nicht mit einem Gläubigen vor einem anderen (bevorzugt) Frieden geschlossen werden im Kampf auf dem Pfade Gottes, sondern alles soll mit Gleichheit und Billigkeit geschehen.
... Wer erwiesenermassen einen Gläubigen tötet, soll wieder getötet werden, ausser wenn der nächste Verwandte des Getöteten sich in anderer Weise zufriedenstellen lässt; und die Muslime sollen sich insgesamt gegen die Mörder erheben.
Auch soll jeder Gläubige, der den Inhalt dieses Blattes ( = Vertrages) bestätigt, und an Gott und den Jüngsten Tag glaubt, keinem der ein Unrecht tut, beistehen, noch ihn aufnehmen. Wer dies tut, den trifft Gottes Fluch und Zorn am Tag der Auferstehung, und es wird kein Ersatz und kein Stellvertreter für ihn angenommen.

Seid ihr in Zweifel über etwas in dieser Urkunde, so wendet euch zu Gott und zu Mohammed ...

Wer ein Unrecht begeht, schadet sich selbst und seiner Familie, ausser wenn ihm Gewalt angetan worden ist. Gott will, dass dies alles rein gehalten werde ...

Wer Reinheit ohne Schuld sich aneignet, hat selbst Nutzen davon. Gott verlangt, dass der Inhalt dieser Urkunde in vollster Wahrheit und Reinheit eingehalten werde, dass es aber keinen Verbrecher oder Übeltäter schütze.

Wer in Medina ausgeht oder zu Hause bleibt, soll sicher sein, mit Ausnahme der Übeltäter und Verbrecher.
Gott und Mohammed, Sein Gesandter, beschützen den Reinen und Gottesfürchtigen ...”

Nach: Ibn Ishaq: Das Leben Mohammeds. Aus dem Arabischen von Gustav Weil 1864, hier sprachlich leicht modernisiert)

Der gesamte Text mit Anmerkungen: hier 

Zu den geschichtlichen Hintergründen des Wirkens von Mohammed in Medina,
vgl. "Gespiegelte Wahrheit" (ICT 18, S. 78-81.85-87)


Verträge Mohammeds mit Christen, dargestellt im Buch von
John Andrew Morrow: The Covenants of the Porphet Muhammad with the Christians of the World.
Angelico Press / Sophia Perennis 2013, 441 S.
Rezension von Benoît Standaert


 

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