Sonntag, 24. November 2019

Christentum weltweit - Einführung und Materialzusammenstellung (aktualisiert)



Übersicht
  I.  Geschichtlicher Überblick
 II.  Östliches Christentum
III.  Westliches Christentum
IV.  Weitere Informatio nen und Themenschwerpunkte


I. Geschichtlicher Überblick

Jesus von Nazareth
  ist als als Jude geboren und hat immer als Jude gelebt. Seine weltweite Bedeutung beginnt mit den Erzählungen der ersten Jünger von seiner Auferstehung. Erst hier entwickelt sich die neue Religion -  das Christentum. Durch den Apostel Paulus gewinnt der neue Glaube weltweite Bedeutung. Zur Glaubensmitten werden in Abgrenzung vom Judentum die Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi als universale Heilsereignisse für die gesamte Menschheit.  Dieser Glaube wurde schlließlich zum weltgeschichtlichen Wendepunkt  u.a. auch zu einer neuen Zeitrechnung im 4. Jh. n. Chr Das Christentum mit allen seinen Ausprägungen ist inzwischen die größte Weltreligion mit heute schätzungsweise 2,3 Milliarden Menschen.





Jesus von Nazareth


Exemplar einer Gutenberg-Bibel
(Kongressbibliothek, Washington, D.C.) --- wikipedia
             



G/Geschichte Nr. 01 (2017)
mit Inhaltsverzeichnis und Leseprobe: hier
                           
Die Hagia Sophia in Nicäa/Iznik, 2011 in eine Moschee umgewandelt
1. Konzil von Nicäa 325 --- 2. Konzil von Nicäa 787

II. Östliches Christentum 

Durch die faktische Sprachgrenze im Römischen Reich (griechischer Osten / lateinischer Westen) und dogmatischen Streitereien (Christologie, Trinität) lebten sich Ost- und Westkirchen auseinander. Neben den Streit um die Festlegung des Ostertermins kam der Konflikt um die Bilderverehrung und Ritenfragen hinzu (vgl. die orthodoxen Ikonostasen).

Ausführliche Informationen

Überblick und Literaturhinweise

Innerhalb des östlichen Christentums entstanden die oströmische Reichskirche (die byzantinische Kirche sowie stärker ethnisch orientierte Kirchen. Die bekanntesten orthodoxen Kirchen sind – verbunden mit den Patriarchaten von Jerusalem, Antiochien (türkisch: Antakya), Alexandrien (koptisch sowie die eigenständige Äthiopische Kirche) bzw. das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel für die griechische Orthodoxie, später das Patriarchat von Moskau für die russische Orthodoxie. Nicht außer Acht gelassen werden dürfen die Balkan-orthodoxen Kirchen. Diese sind stärker ethnisch orientiert, aber auch alle in Deutschland präsent: serbisch, bulgarisch, rumänisch, mazedonisch und albanisch. Die serbisch-orthodoxe Kirche spielte übrigens im Bosnienkrieg (1992–1995) eine teilweise recht zweifelhafte Rolle.
  • Ostkirchliches Institut der Universität Würzburg: 
    Zeitschrift "Das Östliche Christentum"
    und NF / 2016: "Das Christusbild.
    Zur Herkunft der Entwicklung in Ost und West
  • Julius Assfalg / Paul Krüger:
    Kleines Wörterbuch des christlichen Orients

    Wiesbaden: Harrassowitz
    1975, XXXIII, 460 S., Abb., Karten
    Kurzbesprechung in:
    Bulletin of the School of Orientals
     and African Studies
    (Cambridge University Press)
    Vol. 41, Issue 3, Oct 1978, p. 642
  • Athanasios Baskedis: Die Orthodoxe Kirche.
  • Eine Handreichung für nicht-orthodoxe
    und orthodoxe Christen und Kirchen.
    Frankfurt/M.: Lembeck  2003, 4. Aufl.,  192 S.
  • Louis Bréhier: Vie et mort de Byzance.
    Paris: Albin Michel 2006, 632 pp., index
  • S.R. Goldstein-Sabbah / H.L. Murre-van den Berg:  
    Modernity, Minority, and the Public Sphere: 
    Leiden (NL); Brill 2016
  • Sidney H. Griffith / Sven Grebenstein (Hg.):
    Christsein in der islamischen Welt. 
    Festschrift für Martin Tamcke zum 60. Geburtstag.
    ---- Wiesbaden: Harrassowitz 2015, 633 S., Abb. 
  • Friedrich HUBER: Das Christentum in Ost-, Süd- und Südostasien sowie Australien.--- Kirchengeschichte in Einzeldarstellungen, Bd. IV/8. Leipzig: EVA 2005, 309 S., Register
  • Wladimir Iwanow: Russland und das Christentum. Theologie Interkulturell, Bd. 8.
    Frankfurt/M.: IKO  1995, 296 S. 
  • Georgi Kapriev: Philosophie in Byzanz.
    Würzburg: Königshausen und Neumann 2005, 383 S.
    Inhaltsverzeichnis und Leseprobe: hier
  • Georgi Kapriev: Lateinische Rivalen in Konstantinopel:
    Anselm von Havelberg und Hugo Eterianus.
    Recherches de Théologie et Philosophies Médiévales - Bibliotheca 15.
    Leuven (B): Peeters 2018, IV, 313 pp. -- Verlagsinfo: hier
  • René R. Khawam: L'univers culturel des chrétiens d'Orient.
    Paris: Cerf 1987, 235 pp., index 
  • Evangelos Konstantinou (Hg.):
    Byzanz und das Abendland im 10. und 11. Jahrhundert.
    Köln u.a.: Böhlau 1997, 366 S., Register
  • Christian Lochon:  Chrétiens du Proche Orient.
    Grandeur et malheur. Paris 2016 --- Details: hier
  • Évelyne Patlagean: Un Moyen Âge grec. Byzance IXe - XVe siècle.
    Paris. Albin Michel 2007, 478 pp., index
    Rezension von Youval Rotman in academia.edu: hier
  • Martin Tamcke - Orthodoxe Spiritualität und Theologie.
    Der Geist des Ostens im Westen --- Sammelrezension 2009: hier ---
  • Reinhard Thöle (Hg.):
    Zugänge zur Orthodoxie. Bensheimer Hefte 68. 
    Göttingen: V & R 1989, 329 S., Abb. 
  • Clement Valluvassery: Christus im Kontext und Kontext in Christus.
    Chalcedon und indische Christologie bei Raimon Panikkar und Samuel Ryan.
    Münster u.a.: LIT 2001, 281 S.
    --- Inhaltsverzeichnis und ausführliche Leseprobe: hier
Ein Teil der (alt-)orientalischen Kirchen, besonders im Nahen und Mittleren Osten, wurde wegen abweichender Lehrmeinungen aus den orthodoxen Kirchen ausgeschlossen. Dogmatisch geht es hauptsächlich die Stellung Jesu und die Trinität betreffend. Entweder bleiben menschliche und göttliche Natur Jesu unverbunden nebeneinander als zwei Naturen (= Dyophysiten) oder die menschliche Natur wird vollständig in die göttliche integriert (eine Natur =  Monophysiten). Diese Kirchen überlebten bis vor kurzem in den islamisch beherrschten Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Zu ihnen gehören die dyophysitischen Nestorianer (= Assyrische Kirche des Ostens).
Weitere bekannte orientalische Kirchen sind die Syrisch-Orthodoxe Kirche, die Syrisch-Katholische Kirche, die Syrisch-Maronitische Kirche (Maroniten), die Alte Kirche des Ostens und die Chaldäisch-Katholische Kirche. Außerdem gehören die Kopten in Ägypten und Äthiopien sowie die Armenier und Georgier in Kleinasien bzw. in der Kaukasus-Region dazu.
Diese Kirchen spielen durch die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten heute auch in Europa eine stärker sichtbare Rolle. Durch die Fluchtbewegungen haben sich auch in Deutschland Migrationsgemeinden gebildet. 

III. Westliches Christentum
Das westliche bzw. lateinische Christentum mit Rom als Zentrum bestand in einer einheitlichen Kirche bis zur Reformation im 16. Jahrhundert fort. Die römisch-katholische Kirche wurde und wird von Rom aus durch den Papst und die Weltkonzilien insgesamt hierarchisch geleitet.

Frömmigkeit und Politik 


Philosophie und Theologie

Die in der Reformation aufbrechenden Gegensätze innerhalb der lateinisch-katholischen Kirche („Protestanten“) wurden am stärksten theologisch durch Martin Luther, Philipp Melanchthon, Martin Bucer, Ulrich Zwingli und Johannes Calvin geprägt. 
Die reformatorische Bewegung  erstarrte jedoch zum Teil in der lutherischen und reformierten Orthodoxie. In diesem Kontext entwickelten sich neue Strömungen, die zum Teil von den "klassischen"Kirchen als Abweichler gestempelt wurden. Auch der Pietismus war zuerst eine starkes Aufbegehren gegen den zunehmenden Dogmatismus.
Inzwischen – besonders durch das 2. Vatikanische Konzil (1959-1965) verliert ein Teil der Kontroversthemen zwischen Katholiken, Protestanten und Anglikanern erheblich an Bedeutung – wie Rechtfertigung, Erbsünde, Sakramente, das gilt z.T. sogar für Taufe und Abendmahl/Eucharistie. Kontrovers bleiben Amts- und Kirchenverständnis.
Der Ökumenische Rat der Kirchen / World Council of Churches, 1948 in Amsterdam gegründet hat sich nicht nur für eine stärkere gemeinsame Ausrichtung der nicht-katholischen Kirchen eingesetzt, sondern die Ökumene der Konfessionen und den Dialog der Religionen systematisch vorangetrieben.
Ein wichtiger Wegbereiter war Nathan Söderblom (1866-1931)

Darstellung theologischer
und ethischer Positionen
von Papst Franziskus (2017)
Römisch-Katholische Kirche:
Die Päpste von 1800 bis heute (Herodote.net, 17.10.2018)
sind in ihrem Handeln zwischen Rückschritt und vorsichtiger Öffnung zur Moderne geprägt.

Mit dem Amtsantritt von Papst Franziskus im Jahre 2013 sind weitere erstaunliche reformerische Veränderungen in der Katholischen Kirche eingetreten. Gerade seine theologischen Positionen geben Hoffnung im Blick auf die Weltverantwortung, aber auch hinsichtlich weiterer interkonfessioneller Verständigung 

Die Herausforderungen der säkularen Gesellschaften des Westens, die Migrationsbewegungen und die Globalisierung erfordern von den verschiedenen Kirchen ein Umdenken, das inzwischen zu vielen Dialog-Initiativen geführt hat. Allerdings gibt es immer wieder fundamentalistische Tendenzen und Abgrenzungen besonders bei:
  1.  Begegnungen des Christentums mit anderen Religionen und  Weltanschauungen

 Toleranz und das Verständnis von Mission 
 unter (post-)kolonialen Bedingungen

Im Sinne einer religionspluralistischen Sicht
kann auch das Christentum die Gleichwertigkeit (nicht Gleichartigkeit)
anderer religiöser Traditionen  
anerkennen:
Thesen zur Gleichwertigkeit der Religionen


IV. Weitere Informationen und Themenschwerpunkte
V.  Religiöse Lernorte (Beispiele)


Reinhard Kirste
   
Creative Commons
 Relpäd/Christen-Einf 

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