Donnerstag, 12. Juli 2018

Buddhismus - Religion ohne Gott? (aktualisiert)


Rad der Lehre mit acht Speichen (= achtfacher Pfad)
Übersicht
1.    Einführung

2.    Zu den Leben des Buddha
3.    GRUNDSÄTZLICHES
4.    Hinweise zum tibetischen Buddhismus

5.    Zur Geschichte des Buddhismus
6.    Buddhistische Feste
7.    Buddha und Jesus 
8.    Weiterführendes: Buddhistische Texte, Symbolik und Buchvorstellungen
9.    Dalai Lama: Leben und Werk 
10.   Buddhistische Zentren


1. Einführung
Der Buddhismus ist als  Reformbewegung aus dem Hinduismus  entstanden. Sein Stifter, Siddharta Gautama, ist Sohn eines aus der Kriegerkaste stammenden nordindischen Provinz-gouverneurs. Seine Lebensdaten schwanken zwischen 450 und 350 v. Chr. Als junger Mann verlässt er sein königliches Ambiente, um als Wanderasket den Weg der „Hauslosigkeit“ zur Erleuchtung zu gehen. Er wird schließlich zum Buddha. Dies ist ein Ehrentitel, bedeutet „Erwachter“ oder „Erleuchteter“.
Der historische  Buddha wird von den Gläubigen oft Buddha-Shakyamuni ( = Weiser aus dem „Shakya-Geschlecht“genannt.
Das „Erwachen“ (bodhi) des Buddha besteht in einem dreifachen Wissen, das der Buddha zum ersten Mal seinen noch wenigen Jüngern im Tierpark von Benares vorträgt:
Die Grundsätze des Dharma, der Lehre.



2. Zu den Leben des Buddha
 

3. GRUNDSÄTZLICHES

Kernpunkt des Dharma sind die 4 Edlen Wahrheiten als Lebensanalyse:
  • Leiden, das überwunden werden kann und muss,
    und zwar durch die „Wahrheit vom Leiden“.
  • „Die Wahrheit von der Entstehung des Leidens“, 
  • "die Wahrheit von der Überwindung des Leidens“.
  •  Der Weg zur Aufhebung des Leidens führt zum Nirvana
    ( = wo nichts mehr weht) .
    Dies ist die 4. Edle Wahrheit als achtfacher Pfad:
  1. Die rechte Anschauung über das Leiden
  2. Die rechte Gesinnung, die von Übelwollen frei ist.
  3. Rechtes Reden (vgl. 8. Gebot im Christentum).
  4. Rechtes Handeln, das jede Zerstörung von Leben vermeidet.
  5. Rechte Lebensführung.
  6. Rechter innerer Kampf: Keine unheilvollen Zustände entstehen lassen.
  7. Rechtes Gedenken: Meditation des eigenen körperlichen Ich. 
  8. Rechtes Sich Versenken: Gelöstsein von jeglicher Anhaftung.

4. Hinweise zum tibetischen Buddhismus
  • Die 12 Elemente des bedingten Entstehens / des Entstehens in Abhängigkeit
    --- 1. Avvidya - Unwissenheit, Ignoranz
    --- 2. Samskara - die verschiedenen psychischen Aktivitäten, bes. des Willens
    --- 3. Vijnana - die Mentalität des immerwährende Denkens
    --- 4. Nama-rupa - Name / Benennung der Person als Person (vgl. Skandhas)
    --- 5. Shadayatana - die 6 Grundlagen des Wissens,
            der Erkenntnis und der Sinne
    --- 6. Sparsha - Kontakt, Anhaften der 6 Sinne
             (Auge, Ohr, Nase, Zunge, Hand, Geist)
    --- 7. Vedana - sinnliche Empfindung/Wahrnehmung
    --- 8. Trishna - Durst, Gier
    --- 9. Anhaften, Festhalten
    -- 10. Bhava - Existentielle/s Entwicklung / Werden
    -- 11. Jati - neue Geburt
    -- 12.  Jaramarana - Alter, Tod = Konsequenz der Geburt
  • Drei Daseinsmerkmale und 5 Daseinsfaktoren (Skandhas)
  • Das Rad des Lebens im tibetischen Buddhismus (Erläuterungen Schaubild)
    Aus: Vladimir Grigorieff: Les philosophies orientales. L'Inde et la Chine.
    Paris: Eyrolles 2005, 320 S.
    --- Inhaltsverzeichnis: hier
  • Tibetisches Lebensrad mit ausführlichen Erklärungen
  • Fabrice Midal: Tibetische Mythen und Gottheiten. 
    Einblick in eine spirituelle Welt.
    Aus dem Französischen von Rolf Remers.
    Berlin: Theseus 2002, 157 S., Glossar

    --- Rezension: hier
Cover der Ausgabe: Bassermann-Verlag 2016
Zuerst erschienen im Walter-Verlag Olten 1976
Mehr zu Hans Wolfgang Schumann: hier
5. Zur Geschichte des  
    Buddhismus

Buddhisten – etwa 800 Millionen weltweit - nehmen
Zuflucht zu drei Juwelen
dem Buddha, dem Dharma, der Sangha (der Gemeinde).
Im heutigen Buddhismus unterscheidet man den Theravada-Buddhismus bzw. Hinayana-Buddhismus, der stark von Mönchen geprägt ist (Theravada = Lehre  der Ordensältesten = kleines Fahrzeug = Hinayana) und den Mahayana-Buddhismus ( = großes Fahrzeug), in dem sich neben dem Mönchsbuddhismus ein starke Laien-Frömmigkeit entwickelt hat.
Der teilweise stark konservative Theravada-Buddhismus wird aufgrund  seiner geografischen Verbreitung auch südlicher Buddhismus genannt. Er herrscht überwiegend auf Sri Lanka, in Burma, Thailand, Kambodscha und Laos vor. Der inzwischen auch im Westen stark verbreitete Mahayana-Budhismus ist in China, Korea, Tibet, Vietnam und Japan vertreten.
Eine besondere Variante des Mahayana ist der tibetische Vajrayana-Buddhismus (Diamantfahrzeug), der viele Elemente der traditionalen Vorgängerreligionen übernommen hat und durch den Dalai Lama und andere im Westen lehrende Lamas viele Sympathien auch in Europa und Amerika gewonnen hat. 
Ein schönes Erzähl-Beispiel zum Verständnis dieser Buddhismus-Richtung, und zwar zu dem berühmten tibetischen Mönch  Milarepa, bietet Eric-Emmanuel Schmitt: Milarepa (Zürich: Amman 2006 u.ö.).
Auch Japan hat besondere Formen des aus China "eingewanderten" Buddhismus entwickelt. Hier spielt die Wertschätzung des Lotos-Sutra eine erhebliche Rolle. 

Weitere Informationen:

  • Lotos-Sutra (Sanskrit) - National-Archiv Indien

Lotos-Sutra (spiritwiki)
Besprechung zweier Übersetzungen des Lotos-Sutra, und zwar von
Margareta von Borsig 
und Max Deeg mit Hinweisen auf andere Kommentierungen und Inhaltsübersicht.

--- Inhalt des Lotos-Sutra (ichinen.de = Studienseite zum Buddhismus von Nichiren Daishonin)
     Buddha, die Erleuchtung und das Lotos-Sutra 
     (mit den 7 Gleichnissen im Lotos-Sutra)
     u.a. das Gleichnis vom brennenden Haus und das Gleichnis vom verlorenen Sohn
    
 (Seminarprotokoll, 02.11.2016)                                              
--- Bertolt Brecht: Das Gleichnis des Buddha vom brennenden Haus
     
(Philos Webseite, abgerufen 05.06.18)



6.  Buddhistische Feste
  • Parinirvana, das endgültige Verlöschen des Buddha,
    d.h. sein Ausstieg aus dem irdischen Leben
    und aus dem Kreislauf der Reinkarnation
Außerdem:
Paul Ranson: Christus und Buddha
(um 1890)

7.  Buddha und Jesus 
Jesus und Buddha -
faszinierende Begegnungen:
Einführung, Links, Literaturübersichten
und Downloads 

Le Monde des Religions, No. 18/2006
8.  Weiterführendes: 
Buddhistische Texte, Symbolik und Buchvorstellungen

    • Heinz Bechert / Richard Gombrich (Hg.):
      Die Welt des Buddhismus.

      München: C.H. Beck 1984, 309 S., Abb., Register
    • Buddhismus in Schulbüchern der Sekundarstufe I
    • Lexikonartikel (R. Kirste) bei relilex:
      Achtfacher Pfad, Pali, Pali-Kanon, Reform im Islam, Sanskrit, Vier Edle Wahrheiten
    • Ritualgegenstände im Buddhismus und Hinduismus (Nepals)
    • Symbolik im Buddhismus
    • Mudras - Handgesten des Buddha
      • Amitayus' Lama Tsering: Dharmakaya Stupa
        The Natural Peace of Mind Openness
        is Clear Awareness of Your Wisdom.

        The Lord Buddha Shakyamuni's Eight Kinds
         of Holy Stupa. 
        Singapur: Ad Graphic Pte 1998, 230 p.
      • Peter Cirtek: Borobudur. Entstehung eines Universums.
        Englische Ausgabe: Borobudur. Appearance of a Universe.
        Hamburg: Monsun-Verlag 2016,
        jeweils 119 S., Abb., Karten, Glossar, Register
      • Lama Anagarika Govinda: Der Stupa. Psychokosmisches Lebens- und Todessymbol.
        Freiburg/Br.: Aurum 1978, 108 S., Abb., Index
      • Franz Josef Litsch: Buddhismus und der Schutz der Mitwelt.
        In: Gottfried Orth (Hg.): Die Erde - lebensfreundlicher Ort für alle.
        Göttinger Religionsgespräche zur Umwelt- und Klimapolitik 2002.

        Münster u.a.:  LIT 2002,
         hier die Seiten: 42-46
    --- Buddhistische Heilslehren - Übersicht
    --- Frauen im Buddhismus - Literaturempfehlungen

    Weitere Literatur - Originaltexte in deutscher Übersetzung

    9. Dalai Lama:
        Leben und Werk 

    10.  Buddhistische Zentren

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